Unfallrisiko Glatteis: Mit diesen Tipps bleibst du sicher – und leistest im Notfall Erste Hilfe
Glatteis zählt zu den häufigsten Unfallursachen im Winter. Ein einziger unbedachter Schritt auf einer unsichtbaren Eisschicht kann genügen – und schon ist es passiert: Du oder jemand in deiner Nähe stürzt und verletzt sich. Gerade jetzt, wenn die Zahl der Notfälle steigt, ist es besonders wichtig, nicht nur auf eigene Sicherheit zu achten, sondern auch im Ernstfall Erste Hilfe leisten zu können. Wer vorbereitet ist, schützt sich und hilft anderen, Schlimmeres zu verhindern.
So schützt dich das richtige Schuhwerk vor Ausrutschern
Dein Schuhwerk ist die Basis für sicheres Fortbewegen im Winter. Schuhe mit rutschfestem Profil bieten deutlich mehr Halt als glatte Sohlen und senken das Risiko, auszurutschen. Winter-Sneaker oder Boots mit speziellem Profil sind funktional und alltagstauglich. Für besonders glatte Tage gibt es Überzieher mit Spikes, die du einfach über die Schuhe ziehst. Alternativ kannst du Sohlen mit Sandpapier aufrauen oder Anti-Rutsch-Sprays nutzen.
Ein kurzer Blick in die Wetter-App sollte vor dem Verlassen des Hauses zur Routine werden. Viele Apps bieten Glättewarnungen und helfen dir, die sicherste Route zu wählen. Besonders morgens und abends, wenn der Boden am längsten gefroren bleibt, ist Vorsicht geboten. Manchmal ist ein kleiner Umweg über besser gestreute oder beleuchtete Wege sinnvoller als eine potenziell gefährliche Abkürzung.
Die richtige Gangart: So bewegst du dich sicher auf Glatteis
Nicht nur die Schuhe machen den Unterschied – auch wie du gehst, ist entscheidend. Auf glatten Flächen solltest du deine Schritte verkürzen, das Gewicht mittig und leicht nach vorne verlagern. Denk an den Pinguin-Gang: Füße leicht nach außen drehen, kleine Schritte machen und langsam vorwärts bewegen. So verteilst du dein Körpergewicht besser und verringerst die Gefahr, wegzurutschen. Die Hände gehören aus den Taschen, damit du bei einem Ausrutscher das Gleichgewicht besser halten oder dich abstützen kannst. Besonders auf Treppen und Rampen gilt: Nutze das Geländer, setze die Füße bewusst auf und halte den Blick auf den Untergrund. Reflektierende Accessoires oder LED-Clips an Jacke oder Rucksack erhöhen deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
Gefahren erkennen und das Unfallrisiko aktiv senken
Glatteis ist oft schwer zu erkennen und kann selbst erfahrene Fußgänger überraschen. Besonders an bestimmten Orten steigt das Unfallrisiko deutlich:
Schattige Bereiche: Hier bleibt Eis oft länger bestehen als auf sonnigen Flächen. Auch wenn es tagsüber taut, gefriert das Wasser in schattigen Zonen schnell wieder.
Brücken und Überführungen: Sie kühlen schneller aus und sind oft vereist, wenn normale Gehwege noch frei sind. Morgens und abends ist hier besondere Aufmerksamkeit nötig.
Eingänge zu Gebäuden: Durch das ständige Kommen und Gehen wird Feuchtigkeit hereingetragen, die vor den Türen wieder gefriert. Geh langsam und prüfe den Boden.
Bushaltestellen und Bahnsteige: Viele Menschen treten Schnee und Eis fest, es entstehen besonders glatte Flächen. Warte etwas abseits der Menschenmenge und halte dich an Geländern fest.
Treppen und Rampen: Schon eine dünne Eisschicht kann gefährlich werden. Nutze das Geländer und setze die Füße bewusst und langsam auf.
Nasses Laub oder festgetretener Schnee: Beides wird bei Frost spiegelglatt. Besonders in Parks oder auf wenig genutzten Wegen solltest du auf diese Fallen achten.
Glatte Pflastersteine oder Fliesen: Diese Flächen werden bei Frost extrem rutschig, selbst wenn sie trocken aussehen. Teste bei Unsicherheit mit der Schuhspitze, wie glatt der Untergrund ist.
Verantwortung übernehmen und im Notfall Erste Hilfe leisten
Sicherheit endet nicht an der eigenen Haustür. Wer regelmäßig Gehwege, Einfahrten und Treppen von Schnee und Eis befreit und sie mit Sand, Splitt oder Salz streut, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Besonders Kinder und ältere Menschen profitieren davon, denn sie sind bei Glätte besonders sturzgefährdet. Ein kurzer Austausch mit Familie oder Nachbarn, wer wann welche Flächen streut, sorgt für mehr Sicherheit im Alltag. Trotz aller Vorsicht kann es passieren: Ein Moment der Unachtsamkeit, ein falscher Schritt – und schon ist jemand gestürzt. Gerade im Winter führen Ausrutscher häufig zu Knochenbrüchen, etwa an Armen, Beinen oder dem Becken. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch zu ernsthaften Folgeschäden führen, wenn nicht schnell und richtig gehandelt wird. Hier zeigt sich, wie wichtig fundierte Erste-Hilfe-Kenntnisse sind. Im Ernstfall zählt jede Minute: Du solltest wissen, wie du einen Bruch erkennst, die betroffene Stelle ruhigstellst und den Notruf korrekt absetzt. Gezieltes Handeln kann Schmerzen lindern und verhindern, dass die Verletzung schlimmer wird. Der PRIMEROS Erste-Hilfe-Kurs vermittelt dir genau dieses Wissen – praxisnah und verständlich.
Mehr Tipps und konkrete Anleitungen, wie du bei Knochenbrüchen nach einem Sturz auf Glätte Erste Hilfe leistest, findest du in unserem Beitrag „Knochenbruch durch Glätte: So leistest du Erste Hilfe nach einem Sturz“. Halte dein Wissen aktuell und informiere dich rechtzeitig – so bist du vorbereitet, um im Notfall nicht nur dir selbst, sondern auch anderen gezielt zu helfen.
Fazit:
Mit der richtigen Vorbereitung, Aufmerksamkeit, der passenden Gangart und gegenseitiger Unterstützung lässt sich das Unfallrisiko bei Glätte deutlich reduzieren. Achte auf rutschfestes Schuhwerk, informiere dich über die Wetterlage, teile wichtige Infos mit anderen und übernimm Verantwortung für dein Umfeld. Und vor allem: Sei auf den Notfall vorbereitet – mit aktuellem Erste-Hilfe-Wissen und dem Mut, im Ernstfall zu helfen. So kommst du sicher durch die kalte Jahreszeit und kannst den Winter entspannt genießen.