​Lebensgefahr durch Kälte? So reagierst du bei Unterkühlung richtig!

Veröffentlicht am 14. January 2026. Lesedauer 6min


Eisige Temperaturen und winterliche Witterung erhöhen nicht nur das Risiko für Stürze, sondern auch für eine Unterkühlung – eine akute Gefahr, die oft unterschätzt wird. Bereits kurze Aufenthalte im Freien, ungeeignete oder nasse Kleidung können dazu führen, dass der Körper unbemerkt auskühlt. Im Winter sind vor allem Kinder, ältere Menschen, Personen mit Bewegungseinschränkungen und Betrunkene besonders gefährdet. Umso wichtiger ist es, die typischen Anzeichen einer Unterkühlung frühzeitig zu erkennen und im Notfall gezielt Erste Hilfe zu leisten. In diesem Beitrag erfährst du, wie du eine Unterkühlung zuverlässig erkennst, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen wirklich zählen und wie du im Notfall sicher handeln kannst.

Wie entsteht eine Unterkühlung?

Von Unterkühlung – medizinisch als Hypothermie bezeichnet – spricht man, wenn die Körperkerntemperatur unter 35 °C fällt. Unser Organismus ist auf eine stabile Temperatur angewiesen. Schon ein leichter Abfall kann den Kreislauf, den Stoffwechsel und wichtige Organe deutlich belasten. Eine Unterkühlung entsteht typischerweise durch längere Aufenthalte in der Kälte, bei Nässe oder Wind sowie durch ungeeignete Kleidung. Die Gefahr steigt, wenn man zusätzlich durch Erschöpfung, Bewegungsmangel oder einen Unfall geschwächt ist.

Um sich gegen die Kälte zu schützen, beginnt der Körper zu zittern – die Muskeln arbeiten, um mehr Wärme zu erzeugen. Zudem verengen sich die Blutgefäße in Armen und Beinen, damit das Blut vor allem die lebenswichtigen Organe im Körperinneren versorgt. Hände und Füße werden dadurch schneller kalt und taub. Wird der Wärmeverlust nicht gestoppt, kühlt der Körper immer weiter aus – was lebensbedrohlich werden kann. Besonders heimtückisch: Die Anzeichen einer Unterkühlung werden zu Beginn oft unterschätzt oder falsch gedeutet.

Welche Stadien gibt es bei einer Unterkühlung?

Im Verlauf einer Unterkühlung durchläuft der Körper in der Regel zwei aufeinanderfolgende Stadien, die sich deutlich in ihren Symptomen unterscheiden: das Abwehrstadium und das Erschöpfungsstadium. Im Abwehrstadium versucht der Körper, den Wärmeverlust aktiv auszugleichen. Er reagiert auf die sinkende Temperatur mit unkontrolliertem Muskelzittern (Kältezittern), weil durch die Bewegung zusätzliche Wärme produziert werden soll.

Zu den typischen Anzeichen in diesem Stadium zählen:

  • Starkes Zittern und Frieren

  • Blasse oder bläuliche Haut, besonders an Lippen, Fingerspitzen und Zehen

  • Schmerzen oder Taubheitsgefühle an Händen, Füßen, Ohren und Nase

  • Muskelsteifheit sowie Unruhe

Die Unterkühlung bleibt zu diesem Zeitpunkt häufig unbemerkt oder wird nicht ernst genommen, obwohl der Körper bereits im „Abwehrmodus“ ist und viel Energie verbraucht, um die Temperatur aufrechtzuerhalten. Wenn die Energiereserven erschöpft sind und der Körper nicht mehr ausreichend Wärme erzeugen kann, geht die Unterkühlung in das Erschöpfungsstadium über. Das Kältezittern hört plötzlich auf – ein ernstes Warnsignal! Betroffene wirken in diesem Stadium oft auffällig ruhig oder antriebslos.



Häufige Symptome sind einer Unterkühlung im Erschöpfungsstadium:

  • Schläfrigkeit und Verlangsamung

  • Teilnahmslosigkeit oder Verwirrtheit

  • Gefühllosigkeit in Haut und Gliedmaßen

  • zunehmende Muskelschwäche

  • Im weiteren Verlauf kann es zu Bewusstseinsstörungen, flacher Atmung und schließlich auch zur Bewusstlosigkeit kommen

Gerade in diesem Stadium der Unterkühlung besteht Lebensgefahr, da der Körper seine Schutzmechanismen verliert und grundlegende Funktionen wie Atmung und Kreislauf stark beeinträchtigt werden können. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, eine Unterkühlung möglichst früh zu erkennen – je früher gehandelt wird, desto besser sind die Chancen, schwere Folgen zu vermeiden.

Was tun bei Unterkühlung? Die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen

Gerade im Winter und bei Verdacht auf Unterkühlung ist dein schnelles Handeln als Ersthelfer gefragt. Gehe folgendermaßen vor:

  • Eigenschutz beachten: Bevor du einer betroffenen Person mit Unterkühlung hilfst, denke zuerst an deine eigene Sicherheit – zum Beispiel bei Glätte, starkem Wind oder auf dünnem Eis. Nur wenn du dich selbst nicht in Gefahr bringst, kannst du wirksam helfen.


  • Atemkontrolle: Bei einer Unterkühlung gilt: Lebensrettende Maßnahmen haben oberste Priorität, da eine schwere Unterkühlung dazu führen kann, dass Kreislauf und Atmung versagen. Bleibe deshalb immer bei der betroffenen Person und kontrolliere regelmäßig die Atmung sowie das Bewusstsein. Wird die Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie in die stabile Seitenlage – du kannst sie dabei auch in eine Rettungsdecke einwickeln. Setze anschließend den Notruf ab. Ist die Atmung unnormal oder setzt aus, alarmiere sofort den Rettungsdienst, rufe laut um Hilfe und beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung – so alarmierst du auch andere, die dich bei der Wiederbelebung unterstützen oder einen AED holen können. Erst wenn die lebenswichtigen Funktionen gesichert sind, kümmere dich um Wärmeerhalt und weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen.


  • Ursache der Unterkühlung entfernen: Bringe die unterkühlte Person vorsichtig aus der Kälte an einen wind- und wettergeschützten Ort. Nasse oder kalte Kleidung solltest du nach Möglichkeit entfernen und durch trockene, wärmende Kleidung ersetzen. So verhinderst du, dass die Unterkühlung weiter fortschreitet.


  • Wärme erhalten, nicht aktiv aufwärmen: Das wichtigste Ziel bei einer Unterkühlung ist es, die vorhandene Körperwärme zu bewahren. Nutze Rettungsdecken oder Jacken um weiteres Auskühlen zu stoppen. Vermeide jedoch aktive Maßnahmen wie heiße Bäder, Wärmflaschen oder kräftiges Reiben, denn zu schnelles Aufwärmen oder sogar eigenständiges Aufstehen können bei schwerer Unterkühlung lebensgefährlich sein.


  • Ruhig lagern: Unterkühlte Personen sollten möglichst ruhig und in liegender Position gelagert werden. Jede Anstrengung kann das Herz-Kreislauf-System belasten und die Folgen der Unterkühlung verschlimmern. Lasse liegende Personen möglichst in ihrer Position und erhalte die Körperwärme mit einer Rettungsdecke, bis der Rettungsdienst eintrifft.


  • Beruhigen und beobachten: Sprich ruhig und einfühlsam mit der Person, erkläre deine Schritte und bleibe an ihrer Seite. Überwache fortlaufend die Atmung und das Bewusstsein.


  • Notruf 112 absetzen: Bei deutlichen Symptomen einer Unterkühlung, nachlassendem Zittern, Bewusstseinsstörungen oder Verschlechterung des Zustands, wähle umgehend den Notruf 112. Bleibe bei der Person und folge den Anweisungen der Rettungsleitstelle. Nur so stellst du sicher, dass rechtzeitig professionelle Hilfe bei schwerer Unterkühlung eintrifft.


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Fazit:

Eine Unterkühlung im Winter wird oft unterschätzt – dabei kann sie schnell lebensbedrohlich werden. In solchen Situationen zählt schnelles und gezieltes Handeln, um schwere gesundheitliche Schäden zu verhindern. Wer die Symptome erkennt und als Ersthelfer ruhig bleibt, kann die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken – und im Ernstfall sogar Leben retten. Sorge dafür, dass dein Wissen rund um Erste Hilfe bei Unterkühlung immer auf dem neuesten Stand ist!

Disclaimer: Die Informationen auf diesem Blog dienen nur zu Informationszwecken und stellen keinen Ersatz für professionelle medizinische Beratung dar. Es wird empfohlen, bei gesundheitlichen Fragen oder Bedenken einen Arzt zu konsultieren. Wir übernehmen keine Haftung für mögliche Schäden durch die Nutzung der Informationen auf diesem Blog.